Sommer
Wenn der Sommer das rheinhessische Hügelland in ein sattgrünes, von gleißendem Licht durchflutetes Meer verwandelt, zeigt die Kulturlandschaft ihre ganze üppige Kraft. Die Rebenzeilen stehen in voller Belaubung und ziehen sich in dichten, geschwungenen Linien über die Höhenzüge, während goldgelbe Getreidefelder, Mohnblumen an den Rändern und trockenwarme Kräuterheiden einen reizvollen Kontrast bilden. Über den offenen Felskuppen und Tälern liegt an heißen Tagen ein leicht flirrender Dunst, der die Horizonte in weite Ferne rücken lässt.
Fotografisch gehört der Sommer vor allem den ausgedehnten Morgenstunden und den warmen, langen Abenden. Wenn die tiefstehende Sonne das Rebenmeer in ein sattes Gold taucht, Schatten lang über die Hügel fallen und in der Dämmerung große Starenschwärme über den Weinbergen kreisen, erwacht eine lebendige Sommernacht. In den Feuchtgebieten des Rieds und an den Ufern von Rhein und Selz wimmelt es von Insekten, Libellen und Wasservögeln, während im dichten Unterholz und auf den sonnigen Blühstreifen unzählige kleine Details auf ihre Entdeckung im Makrobereich warten.